1621 Die Kirche wurde vergrössert und restauriert. Bei Anlass dieser Vergrösserung legte man auf sämtliche Güter der Gemeinde eine Steuer, und Herr Landammann von Roll, als Besitzer der Beroldingschen Güter, wurde durch Richterspruch vom 8. November 1632 ebenfalls zur Entrichtung derselben angehalten.

1819 Man verlängerte die Kirche um eine Fenster-Länge. Zweimal musste der Glockenturm im oberen Teil neu gemacht werden.

1860 Durch die Anschaffung der neuen Glocken war es nötig, die Glockenstube zu vergrössern.

1935 Am 14. April waren die Kirchgenossen von Seelisberg recht erstaunt, als Herr Pfarrer Alois Herger, den Antrag zum Bau einer neuen St. Michaels-Kirche stellte. Nach zaghafter Diskussion, aber schliesslich einstimmig, entschlossen sich die Kirchgenossen für einen Neubau.

Ein Modell in Miniatur mit Plänen und Kostenvoranschlag, 250'000 Franken, ausschliesslich Strasse, Orgel und figürliche Malereien, lagen vor. Den Baubeginn legte man auf Frühherbst fest. Damit konnte man den Einheimischen über Herbst, Winter und Frühling Arbeit verschaffen. Es brauchte sicher viel Mut, in dieser Krisenzeit ein solches Bauwerk zu erstellen.

In 4 Nächten, am 4. und 5. Juli und 16. und 19. August, wurden die Leichen, die um das Kirchlein gebettet waren, exhumiert und in den neuen Friedhof übertragen. Am Sonntag 11. August nahm die Pfarrei Abschied vom alten Kirchlein, und in feierlicher Prozession wurde das Allerheiligste in die Wallfahrtskapelle getragen.

Am 12. August begann der Abbruch, am 23. August stürzte der Turm zusammen.

Am 29. September war die Grundsteinlegung. Die neue Kirche steht umgekehrt, das Portal zum See gerichtet. In der neuen Kirche sind 400 Sitzplätze, statt 200 wie in der alten Michaels-Kirche.